Inklusion Am Arbeitsplatz Fördern Als Unternehmen

Inklusion Am Arbeitsplatz Fördern Als Unternehmen

Inklusion am Arbeitsplatz ist nicht länger eine Option, sondern eine Notwendigkeit. Wir erleben einen fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt: Unternehmen, die gezielt Vielfalt fördern und echte Chancengleichheit schaffen, gewinnen nicht nur talentierte Mitarbeitende, sondern profitieren auch von innovativeren Lösungen und höherer Mitarbeiterzufriedenheit. In diesem Artikel zeigen wir konkrete Strategien auf, wie wir als Unternehmensverantwortliche Inklusion systematisch verankern, von der Einstellung über die Unternehmenskultur bis zur kontinuierlichen Verbesserung. Wir geben Ihnen praktische Werkzeuge an die Hand, um echte, nachhaltige Veränderungen zu gestalten.

Warum Inklusion Im Unternehmen Wichtig Ist

Inklusion ist mehr als nur ein ethisches Gebot, sie ist ein wirtschaftlicher Vorteil. Wenn wir gezielt Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven beschäftigen, schaffen wir ein Umfeld, in dem Innovation floriert.

Die Forschung bestätigt dies eindeutig: Unternehmen mit hochgradig inklusiven Kulturen berichten von bis zu 28 % höherer Profitabilität und 22 % niedrigerer Personalfluktuation. Das liegt nicht an Zufälligkeit, es ist das Resultat echter Zusammenarbeit zwischen Menschen, die unterschiedlich denken und Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln lösen.

Konkrete Vorteile, die wir erleben:

  • Größerer Talentpool: Wenn wir alle Menschen ansprechen, nicht nur eine kleine demografische Gruppe, erhalten wir Zugang zu mehr qualifizierten Kandidaten
  • Höhere Mitarbeiterloyalität: Ein inklusives Umfeld führt zu stärkerem Zugehörigkeitsgefühl und weniger Kündigungen
  • Bessere Problemlösung: Teams mit unterschiedlichen Perspektiven finden kreativere und umfassendere Lösungen
  • Verbesserte Reputation: Unternehmen mit starkem Inklusionsengagement werden zur Arbeitgebermarke der Wahl
  • Zugang zu neuen Märkten: Vielfältige Teams verstehen auch vielfältige Kundengruppen besser

Die Investition in Inklusion zahlt sich langfristig aus, nicht weil es «das Richtige ist», sondern weil es funktioniert.

Rechtliche Anforderungen Und Unternehmensverantwortung

Während Inklusion aus geschäftlichen Gründen sinnvoll ist, gibt es auch konkrete gesetzliche Pflichten, denen wir nachkommen müssen. In Deutschland verpflichtet das Schwerbehindertengesetz (SchwbG) Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitenden, mindestens 5 % der Arbeitsplätze mit Menschen mit anerkannter Behinderung zu besetzten.

Abseits dieser Quote gibt es weitere rechtliche Rahmenbedingungen:

  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Verbietet Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Alter und sexueller Identität
  • Barrierefreiheit-Richtlinien: Die EN 301 549-Norm regelt digitale Barrierefreiheit, die zunehmend auch am Arbeitsplatz relevant wird
  • Betriebsverfassungsgesetz: Fordert Mitbestimmung bei Maßnahmen zur Behindertenbeschäftigung

Doch Gesetzestreue ist das Minimum. Wir sehen die beste Praxis darin, diese Anforderungen nicht als Lasten zu betrachten, sondern als Grundlage für eine bewusst gestaltete Inklusionskultur. Unternehmen, die nur die gesetzliche Quote erfüllen, ohne echte strukturelle Veränderungen vorzunehmen, verschenken enorme Chancen. Es geht darum, ein System zu schaffen, in dem Vielfalt wirklich gelebt wird.

Bewusste Einstellungspraktiken Implementieren

Die erste Hürde für inklusive Beschäftigung liegt oft in den Einstellungsprozessen selbst. Wenn unsere Rekrutierungspraktiken unbewusst bestimmte Gruppen ausschließen, wird der Rest des Inklusionsprozesses erschwert.

Wie wir Einstellungsprozesse inklusiver gestalten:

  • Vielfältige Stellenausschreibungen, die ausdrücklich Kandidaten aus unterrepräsentierten Gruppen einladen
  • Partnerschaft mit Organisationen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen (wie Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder spezialisierte Arbeitsvermittlungen)
  • Bewusste Überprüfung von Jobanforderungen: Ist das Abitur wirklich notwendig, oder können wir mit anderen Qualifikationen arbeiten?
  • Strukturierte Interviews, um unbewusste Vorurteile zu minimieren
  • Diverse Bewerbungskommissionen, je unterschiedlicher das Team, das einstellt, desto gerechter die Entscheidungen

Wir haben auch gelernt, dass Probearbeiten oder Praktika für Menschen mit Beeinträchtigungen oft besser funktionieren als formale Bewerbungsgespräche allein.

Barrierefreie Arbeitsumgebungen Schaffen

Eine der häufigsten Hürden für inklusive Beschäftigung ist eine physisch und digital nicht barrierefreie Infrastruktur. Wenn wir Menschen einstellen wollen, die mobilitätseingeschränkt sind, können wir das nicht tun, wenn das Gebäude nicht zugänglich ist.

Barrierefreiheit bezieht sich auf mehrere Dimensionen:

DimensionKonkrete Maßnahmen
Physische Barrierefreiheit Rampen, Aufzüge, zugängliche Toiletten, Parkplätze für Menschen mit Behinderung
Digitale Barrierefreiheit Bildschirmleser-kompatible Software, Untertitel für Videos, tastaturnavigierbare Systeme
Akustische Barrierefreiheit Gebärdensprachdolmetscher, schriftliche Untertitel bei Meetings, Visualisierung von Informationen
Flexibilität im Arbeitsraum Flexible Arbeitsorte, speziell ausgestattete Arbeitsplätze (ergonomische Stühle, spezielle Monitore, etc.)

Wir investieren in diese Infrastruktur nicht nur für Menschen mit diagnostizierten Behinderungen, sie kommt allen zugute. Barrierefreie Websites sind besser für ältere Menschen und schneller zu laden. Untertitel helfen Nicht-Muttersprachlern. Flexible Arbeitsplätze unterstützen Menschen mit chronischen Erkrankungen und Eltern von kleinen Kindern.

Flexible Arbeitsmodelle Anbieten

Einer der mächtigsten Treiber von Inklusion ist Flexibilität bei der Arbeit. Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, ob aufgrund einer Behinderung, familiärer Verpflichtungen oder psychischer Belastung, können wesentlich besser in der Arbeitswelt partizipieren, wenn wir Flexibilität bieten.

Flexible Modelle, die wir implementieren sollten:

  • Flexible Arbeitszeiten: Ermöglichen Menschen mit Therapien, Arztbesuchen oder schwankenden Energieleveln, ihre Arbeitszeit anzupassen
  • Remote Work: Reduktion von Pendelstraßen, Vermeidung von Stressoren beim Pendeln, die Möglichkeit, in einer unterstützenden Umgebung zu arbeiten
  • Teilzeitoptionen: Nicht jeder kann oder möchte vollzeit arbeiten, Teilzeitpositionen sollten gleichberechtigte Aufstiegschancen haben
  • Jobsharing: Zwei Menschen teilen sich eine Stelle, was besonders für Menschen mit fluktuierenden Kapazitäten hilfreich ist
  • Bezahlte Flexibilitätstage: Tage im Monat, an denen Menschen aufgrund von Arztbesuchen oder Überanstrengung zu Hause arbeiten können

Wir haben gelernt, dass flexible Modelle nicht dazu führen, dass weniger Arbeit getan wird, sie führen oft zu höherer Produktivität und Qualität, da Menschen in ihrer optimalen Verfassung arbeiten.

Unternehmenskultur Und Sensibilisierung

Alle strukturellen Maßnahmen nützen wenig, wenn die Unternehmenskultur Vorurteile und Ausgrenzung fördert. Wir müssen bewusst an einer Kultur arbeiten, in der Vielfalt geschätzt wird, nicht nur toleriert, sondern als Normalität und Stärke begriffen.

Konkrete Schritte zur Kulturentwicklung:

  • Regelmäßige Sensibilisierungstrainings: Nicht eintägige, sondern nachhaltige Programme, die kontinuierlich stattfinden
  • Sichtbare Führungsunterstützung: Wenn die Geschäftsführung Inklusion nicht aktiv unterstützt, bleibt es Lippenbekenntnis
  • Diverse Repräsentation in Führungspositionen: Menschen mit Behinderungen, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund sollten auch in Führungsrollen sichtbar sein
  • Inklusives Sprachgebrauch: Vermeidung von ableistischen Begriffen und bewusstes Verwenden von angemessener Sprache
  • Mentoring-Programme: Etablierte Mitarbeitende unterstützen neue Kollegen und Kolleginnen beim Onboarding und bei der Integration
  • Mitarbeitende Ressourcengruppen: Netzwerke von Menschen mit ähnlichen Hintergründen (z.B. «Mitarbeitende mit Behinderungen»), die Erfahrungen austauschen und Feedback geben

Die Kultur zu ändern ist langfristig. Es geht nicht um performatives Engagement, es geht darum, echte Verhaltensänderungen zu schaffen und Systeme zu bauen, die Vielfalt unterstützen. Eine Person in der HR-Abteilung kann das nicht allein leisten. Wir brauchen sichtbare Unterstützung von der Spitze bis zur Basis.

Schulungs- Und Entwicklungsmöglichkeiten Für Alle

Wenn wir Menschen einstellen wollen, die aus verschiedenen Hintergründen kommen, müssen wir auch sicherstellen, dass sie faire Chancen auf Aufstieg und Entwicklung haben. Zu oft werden Menschen mit Behinderungen in statischen Positionen gehalten, ohne echte Karrieremöglichkeiten.

Wir investieren in ganzheitliche Entwicklungsprogramme:

  • Zugängliche Trainings: Wenn wir Trainings anbieten, müssen sie in verschiedenen Formaten verfügbar sein (Video mit Untertiteln, Textdokumente, interaktiv, etc.)
  • Mentoring für unterrepräsentierte Gruppen: Spezielle Programme, um Menschen mit Behinderungen oder aus Minderheitsgruppen bei ihrer Karriereentwicklung zu unterstützen
  • Gleichberechtigte Förderung: Nicht annehmem, dass jemand mit Behinderung nicht für eine Managementposition geeignet ist, geben Sie ihnen die Chance zu zeigen, dass sie es können
  • Finanzielle Unterstützung für Weiterbildung: Kurse, Zertifikate oder Hochschulausbildung sollten allen offenstehen
  • Peer Learning: Nicht nur von oben nach unten, sondern auch horizontales Lernen zwischen Kollegen und Kolleginnen

Wir haben gesehen, dass Menschen mit Behinderungen oft höher motiviert sind, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, wenn ihnen echte Chancen gegeben werden. Die «gläserne Decke» existiert nicht natürlicherweise, sie ist gebaut. Und wir können sie abbauen.

Erfolgsmessung Und Kontinuierliche Verbesserung

Was gemessen wird, wird beachtet. Um sicherzustellen, dass unsere Inklusionsbemühungen nicht nur ein Projekt sind, sondern eine dauerhafte Veränderung, müssen wir konkrete Metriken etablieren und regelmäßig überprüfen, wie wir voranschreiten.

Schlüsselindikatoren, die wir tracken sollten:

MetrikWarum sie wichtig ist
Demografische Zusammensetzung Prozentsatz von Mitarbeitenden mit Behinderungen, Frauen in Führungspositionen, Personen mit Migrationshintergrund
Mitarbeiterzufriedenheit nach Gruppe Unterscheidet sich die Zufriedenheit zwischen verschiedenen Gruppen? Das ist ein Zeichen von Problemen
Fluktuation nach Gruppe Verlassen Menschen mit Behinderungen das Unternehmen schneller? Das deutet auf Integrationsprobleme hin
Aufstiegschancen Werden Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen in Führungspositionen befördert?
Lohngleichheit Gibt es unbegründete Lohnunterschiede zwischen Gruppen?
Barrierenmeldungen Wie viele Barrieren werden von Mitarbeitenden gemeldet, und wie schnell beheben wir sie?

Wir sollten regelmäßig, mindestens jährlich, einen Bericht über Inklusionsmessungen erstellen und diesen auch mit den Mitarbeitenden teilen. Transparenz ist essentiell. Und wenn die Zahlen nicht gut aussehen, sollten wir ehrlich darüber sprechen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen einleiten.

Unsere Empfehlung ist, einen Diversity und Inclusion Officer zu ernennen (oder ein Team), das Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung trägt. Diese Person sollte direkten Zugang zur Geschäftsführung haben und real Budget zur Verfügung gestellt bekommen.

Ein letzter Punkt: Holen Sie regelmäßig Feedback von Ihren Mitarbeitenden mit Behinderungen und aus unterrepräsentierten Gruppen ein. Sie kennen die Barrieren am besten. Ein einfacher jährlicher Fragebogen kann goldene Erkenntnisse liefern. Noch besser: Bilden Sie einen Beirat aus Mitarbeitenden verschiedener Hintergründe, der regelmäßig mit der Geschäftsführung trifft und Verbesserungsvorschläge macht. Falls Sie nach einer zusätzlichen Ressource auf diesem Gebiet suchen, können Sie sich auch mit spezialisierten Plattformen wie spinsy casino 145 auseinandersetzen, die hilfreiche Perspektiven auf verschiedenste Arbeitsszenarien bieten.

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